Complicity_Flyermotiv 1300pkoew_foerderlogofeld_4hoch_rgb_Zuschnitt_ganz

Koproduktion mit Theater Bremen „Ein neues Meer – Auf der Suche nach Revolution“ /

Premiere 9. Juni.

Zum dritten Mal in Folge tritt unsere Projektreihe Complicity mit einer Produktion an die städtische Öffentlichkeit. Seit Herbst setzten sich das Künstlerkollektiv „dreiprozentextra“ und Blumenthaler SchülerInnen mit dem Revolutionsbegriff auseinander. Entstanden ist ein überaus facettenreiches Stück Theater, das sich diesem schwierigen Thema performativ wie installativ nähert. Dabei speist es sich vorwiegend aus den Ideen, Texten und Choreografien der jungen AkteurInnen und beleuchtet so ihre ganz persönlichen wie unterschiedlichen Sichtweisen:
Die junge Generation protestiert nicht mehr; sie formiert sich nicht gegen gesellschaftliche Ungleichheiten oder ungerechte Strukturen – das meint zumindest die Bildungsexpertin Ursula Frost, deren Beobachtung sich mit den Ergebnissen der letztjährigen europaweiten Jugendstudie des SINUS-Instituts deckt. Die im neuen Jahrtausend geborenen Heranwachsenden treibt eher eine Lust zum Funktionieren und ein perfektionistischer Ehrgeiz in der Beherrschung vorgegebener Systeme. „Neo-Konventionalismus“ nennt sich diese jugendliche Rück-Orientierung am Mainstream, die kein Bedürfnis nach kritischer Auseinandersetzung oder grundsätzlicher Abgrenzung hat. Kurz: Anpassung ist in, Revolution ist out.
Wenn Studien und Forscher allzu genau zu wissen glauben, wie Jugendliche ticken, sollte man misstrauisch werden. Also konfrontieren die KünstlerInnen die zwei Duzend 11-14jährigen AkteurInnen mit den Vorstellungen und Bildern von Revolution und fragen dabei, was sie von dieser Art strukturelle Veränderungen herbeizuführen halten. Zunächst nicht sonderlich viel. Aufstandsmüdigkeit? Vielleicht. Aber da sind auch Zukunftsvisionen: Eine Sehnsucht nach mehr Gerechtigkeit, Toleranz und Frieden; der Wunsch, das bereits bestehende Gute zu verstärken und alles Schlechte abzulehnen. Nur – wie übersetzt man das in Handlung? Und womit soll man beginnen? Jim Morrison hat einen Vorschlag: “There can’t be any large-scale revolution until there’s a personal revolution, on an individual level. It’s got to happen inside first.”

Premiere 9. Juni, 19 Uhr, Altes Rathaus Blumenthal
Treffpunkt und Abendkasse im NUNATAK (Kapitän-Dallmann Straße 2, Blumenthal)

Weitere Vorstellungen: Sa 10. und So 11. Juni, je 15 und 18 Uhr
Karten über die Theaterkasse: Tel 0421 3653 333 / kasse@theaterbremen.de

Künstlerisches Team: Laura Brust, Thorsten zum Felde, Birgit Freitag, Katharina Lackmann, Eva Matz, Silvan Stephan
Dramaturgie: Dany Handschuh
Projektleitung: Christian Psioda
Mit: 25 SchülerInnen der Oberschule an der Egge

„Ein neues Meer“  ist eine Koproduktion mit THEATER BREMEN und dreiprozentextra. Sie gehört zur Projektreihe Complicity, einer Initiative von QUARTIER im Bündnis mit dem Quartiersmanagement Blumenthal, dem DOKU Blumenthal und der Oberschule an der EGGE. Unterstützt durch Immobilien Bremen.
Gefördert im Programm „Künste öffnen Welten“ der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V. (BKJ). Die BKJ ist Programmpartner des BMBF für „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“.

Fotos: Silvan Stephan


Dieser Artikel wurde von Karin Scharfenort veröffentlicht.
Kategorie(n): AKTUELL, PROJEKTE, div. Projekte | Tag(s): ,
Zu den Lesezeichen hinzufügen.