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Konzeptbeschreibung NUNATAK /

Blumenthal gilt für Viele als Feld sozialer und kultureller Spannungen. Tatsächlich sind hier immer wieder Abgrenzungstendenzen zwischen unterschiedlichen sozialen Gruppen spürbar, die ein gemeinschaftliches Zusammenleben im Stadtteil erschweren. Die wirtschaftliche Lage seit dem Wegfall der großen Arbeitgeber Vulkan und BWK zog in den letzten Jahren zudem Abwanderung und massiven Leerstand im ehemals belebten Zentrum nach sich.

Das NUNATAK, installiert in einem zuvor leerstehenden Ladenlokal direkt am Marktplatz, soll als „Kultur.Ideen.Raum.“ die unterschiedlichen Menschen des Stadtteils niederschwellig zusammenführen. Insbesondere sollen Begegnungen zwischen jenen Gruppen gefördert werden, die aufgrund besagter Abgrenzungen nur wenig Kontakt miteinander haben. Hierfür wird zum einen mit Hilfe Ehrenamtlicher vor Ort ein regelmäßiger Café-Betrieb organisiert, in dessen Rahmen Besucher/innen ungeachtet ihrer Herkunft und jenseits klassischer Zuschreibungen Zeit verbringen und ungezwungen miteinander in Austausch kommen können. Zum anderen begünstig ein regelmäßiges, wechselndes Kultur- und Veranstaltungsprogramm solche Begegnungen und erhöht überdies den künstlerisch-kulturellen Output im Stadtteil. Es wird ein Forum für Lesungen, Ausstellungen, Konzerte, Musikveranstaltungen und Austausch geboten, in dem sich die Menschen mit ihren jeweiligen Fähigkeiten und ihrem persönlichen Hintergrund einbringen können. Das Konzept sieht auch die Vergabe der Räumlichkeiten an gemeinwohlorientierte Drittnutzer/innen vor, sei es für kreative Workshops, Gesprächskreise, oder eigens organisierte Veranstaltungen. Die Nachfrage potentieller Nutzerinnen wächst stetig und zeigt den Bedarf nach derart nutzbaren Räumen im Stadtteil. Schließlich soll das NUNATAK auch als Anlauf- und Beratungsstelle sowie als Produktionsort ästhetischer Praxis kulturelle Prozesse verorten und initiieren, stärken und begleiten. Die Begegnungen in neuen Zusammenhängen sollen den Austausch zwischen den Bewohner/innen fördern und zum Abbau von Ressentiments und Berührungsängsten beitragen. Besonders die Jugendlichen im Stadtteil sollen so für ein gemeinschaftliches Zusammenleben sensibilisiert werden, indem sie ihren Lebensraum selbstwirksam mitgestalten. Die fortlaufende Konzeption, Gestaltung und Organisation des NUNATAK wird federführend von QUARTIER, jedoch unter ehrenamtlicher Beteiligung ortsansässiger Akteur/innen vorangetrieben, die mit ihren unterschiedlichen Kompetenzen das Projekt unterstützen und stärken.

Zusammengefasst setzt das NUNATAK also als Kultur.Ideen.Raum. Impulse für mehr Miteinander im Stadtteil. Gemeinsam Kunst zu schaffen, zu teilen, zu erleben fördert Begegnung und begünstigt kulturelle Wertschätzung. Bei Kaffee und Tee können Menschen hier einfach Zeit verbringen und regelmäßig Veranstaltungen genießen. Initiiert und organisiert von QUARTIER lebt das NUNATAK von der Beteiligung engagierter Bürger/innen aus dem Umfeld: Als Nutzer, Organisatoren und Ideengeber können sie sich, von QUARTIER beraten und unterstützt, einbringen und ausprobieren. Ebenfalls zum Konzept gehört die Vergabe der Räumlichkeiten sowie ein kulturelles Beratungs- und Vernetzungsangebot.

Kontakt: Johanna Boehme / nunatak@quartier-bremen.de

Fotos: QUARTIER gGmbH


Dieser Artikel wurde von Karin Scharfenort veröffentlicht.
Kategorie(n): Konzept | Tag(s):
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