testbildtestbild2

Gelebte Willkommenskultur /

Zu unserer Veranstaltung „Ankommen? – Willkommen!“ mit unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlingen am 21. Mai im Bürgerhaus Obervielland haben SchülerInnen des Gymnasiums Links der Weser einen Bericht geschrieben. Hier ist er:

Das Publikum war begeistert!

Unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge aus zwei Sprachklassen der Allgemeinen Berufsschule (ABS) in Kattenturm haben am Projekt „Ankommen? – Willkommen!“ teilgenommen. Das Projekt begann schon im Herbst letzten Jahres und war breit gefächert mit den Kunstformen Bodypercussion, Fotografie und Theaterspiel.

Eines der Ziele des Projekts war die Annäherung der jugendlichen Flüchtlinge an die deutsche Sprache durch Kommunikation mithilfe von Kunst.

Etwas Künstlerisches zu erstellen war nicht die Hauptsache, sondern der Prozess des Projektes, der die Jugendlichen näher zusammenbringen und helfen sollte, sich an das neue Umfeld zu gewöhnen. „Der Prozess ist das Ziel“, fasste die Fotokünstlerin Claudia A. Cruz die Arbeit mit den jungen Flüchtlingen zusammen. „Die Jugendlichen sollen sich und ihre Situation selber inszenieren und durch positives Feedback merken, dass sie akzeptiert und verstanden werden in unserer Gesellschaft. Außerdem sollten sie die Techniken in den einzelnen Kunstformen kennen- und vielleicht sogar erlernen!“

Die Jugendlichen, die sich schauspielerisch erprobten, haben mutig ihre ersten Deutschkennnisse eingesetzt, um zu zeigen, dass sie schon fit für die Alltagssprache waren. Die Vorurteile, die man ihnen gegenüber gezeigt hatte, haben sie herrlich humorvoll eingefügt.

Das Projekt  „Ankommen? – Willkommen!“ ist ein Projekt von Quartier gGmbH in Kooperation mit der Allgemeinen Berufsschule in Kattenturm und wurde von WiN (Wohnen in Nachbarschaften) und der Senatskanzlei Bremen gefördert.

Am Donnerstag, den 21. Mai haben die Jugendlichen im Bürgerhaus Gemeinschaftszentrum Obervieland (BGO) ihre Ergebnisse aus den Workshops Fotografie und Schauspiel präsentiert. Das Publikum war begeistert von den Ausstellungen und den Vorführungen und zeigte dies, indem es sehr viel Beifall zollte. Besonders bei der Bodypercussion wurden alle mitgerissen. Quartier organisierte für diese Abschlussveranstaltung ein Buffet mit internationalen Gerichten, an dem sich Gruppen des BGO, der ZAST (Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber) und einige Zuschauer mit Freude beteiligten.

Auf die Nachfrage, was man als Zuschauer mitnehmen konnte, sagte eine Schülerin des Gymnasiums Links der Weser: „Man kann sehen, dass die Flüchtlinge es nicht leicht haben mit der neuen Umgebung und der Sprache. Aber sie sind ziemlich ehrgeizig. Sie haben im Grunde die gleichen Träume wie wir! Sie wollen eine gute Ausbildung machen. Manche wollen auch Fußballer werden. Aber das Wichtigste ist, dass sie einfach in Sicherheit leben möchten. Für uns hier in Deutschland ist das eine Selbstverständlichkeit, die wir gar nicht mehr zu schätzen wissen!“

Christina Albrecht, Ines Czajkowska, Leandro Arruda Santos
(Gymnasium Links der Weser)

Fotos: Sebastian Burger


Dieser Artikel wurde von Karin Scharfenort veröffentlicht.
Kategorie(n): AKTUELL, Kattenturm, PROJEKTE | Tag(s): ,
Zu den Lesezeichen hinzufügen.