»Der Kern unserer Projekte ist, dass wir Menschen die Möglichkeit geben, ihre Umwelt zu gestalten.«


Ich komm als Blümchen wieder /

Wenn Kinder nach dem Tod fragen, reagieren Erwachsene oft hilflos. Doch Kinder fragen nach dem Tod. So, wie sie andere ‚große Fragen’ an die Erwachsenen stellen, an die Welt, an das Leben: Warum leben wir? Gibt es Engel? Wo endet das Weltall? Warum gibt es Krieg? Die Frage nach dem Tod gehört immer dazu. Und sie wird so gestellt, dass deutlich wird, sie ist nicht nur eine Frage für Heranwachsende, sondern immer auch aktuell und für die PädagogInnen herausfordernd: Wie mit diesem Thema umgehen? Kinder werden mit dem Tod konfrontiert: der Tod des Haustiers oder eines Verwandten, Freundes oder im Krankenhaus, beim Besuch der Oma, der tote Vogel auf der Straße oder im täglich gezeigten Medienereignis und gleichzeitig als familiäres Tabuthema vermittelt. Leben und Tod gehören zusammen wie die Jahreszeiten. Naturkundliche Beobachtungen vermitteln Eindrücke von Anfang und Ende, Vergänglichkeit und Bestehen. In diesem Projekt wird Kindern die Möglichkeit gegeben, ihre Erfahrungen und Fragen auszudrücken, mitzuteilen, Antworten zu finden. Dieses wird je nach Alter der Kinder oder Jugendlichen gemeinsam mit den PädagoInnen und KünstlerInnen entwickelt. Symbole, Geschichten, Rituale, Gedichte, Lieder und künstlerische Gestaltungen helfen dabei, den Tod zu verstehen und sich ihm anzunähern. Die Frage und Beschäftigung mit dem Thema ‚Tod’ ist sicher nicht zur schnellen und für eine abschließende Antwort geeignet. Sie ist eine ‚unentscheidbare’ Frage und lädt zum gemeinsamen Philosophieren ein.

Mögliche Werkstattthemen: Tod in verschiedenen Kulturen und Zeiten, Pyramiden der Pharaonen, Gräber und Rituale der Inkas, Indianer, Afrikaner usw. Viva la muerte – Fiesta auf dem Friedhof in Mexiko, Totenmasken, Tierfriedhöfe & Bestattungen, Trauerkarten, Symbole und Rituale usw. Tod in Religionen. Zu diesem Thema sind viele Antworten in den Religionen zu finden. Auch hier gibt es einen sehr individuellen, kulturell und familiär geprägten Zugang. Tod in der Kunst. Es gibt seit langen Zeiten Künstler, die sich speziell und ausdrücklich mit dem Tod auseinandersetzen und ihn darstellen. Tod in Märchen Märchen, Mythologien und Geschichten (Hänsel und Gretel, Schneewittchen usw.). Gedenkrituale Grabsteine, Inschriften, Skulpturen, Gedenkbretter und Traueranzeigen. Jugendrituale und Kultur Gothics, Vampirfilme und – bücher, Grufties, Tod in Krimis, Computerspielen Erste Vorlaufaktionen, Frageaktionen

– ab Oktober / November 2011: Das Projekt wird eingeführt mit verschiedenen Vorlaufaktionen, in denen die Kinder zu ihren Erfahrungen, Fragestellungen, Ängsten, Wünschen und Vorstellungen befragt werden. Dieses kann in Form von Fragebögen, Geschichten erzählen, Interviews, Film, Fotografie usw. erarbeitet werden. Besuche von Friedhöfen, Steinmetzen und Beerdigungsinstituten können ebenso Bestandteil dieser Erarbeitungsphase sein.

Werkstatt-/Atelierphase – ab November 2011 / Januar, Februar, März 2012: 1. künstlerische Werkstattphase (Gestaltungsformen finden) 2. künstlerische Werkstattphase (Erarbeitung des Themas) Die Durchführung der praktischen künstlerischen Werkstattarbeit wird ca. 2 bis 3 Monate in den beteiligten Institutionen stattfinden. Der praktische Teil umfasst ca. 50 Std. und kann z. B. als Projektwoche oder an bestimmten Tagen durchgeführt werden. Die Werkstattphase wird über einen längeren Zeitraum durchgeführt, um eine intensive Arbeit mit den Kindern/Jugendlichen zu gewährleisten. Begleitende Fachtagungen mit Referenten, Kooperanden, Gespräche und Dokumentationen (Film, Foto, Interviews…) werden zum Projekteinstieg und während des Projektverlaufs angeboten. Beteiligte Einrichtungen, Alter der Kinder ab 4 Jahren bis ca. 20 Jahre: Spielhäuser, Schulen, Jugendeinrichtungen, Kitas, Kunst- / Kultureinrichtungen, Kulturläden, Bürgerhäuser, soziale Einrichtungen….

Kooperationen

  • Hospizeinrichtungen
  • Trauergruppen
  • Beerdigungsinstitutionen
  • Trauerredner & Bestatter
  • Eltern & PädagogInnen
  • Kinderkrankenhäuser
  • Theatergruppen
  • Seniorengruppen und –einrichtungen
  • Friedhöfe und Gärtner
  • Theater Bremen, Proben-/Theaterbesuche (Kinderoper ‚3 alte Männer wollen nicht sterben’)

Beteiligte Stadtteile, geplant:

  • Osterholz-Tenever / Blockdiek
  • Hemelingen
  • Kattenturm/Obervieland
  • Huchting
  • Neue Vahr
  • Vegesack/Nord
  • Mitte / östliche Vorstadt
  • evtl. Pusdorf; Gröpelingen; Osterholz Schweizer Viertel; Neustadt
  • Bremerhaven
  • Präsentation – März 2012

Die Ergebnisse werden als Bilder, Installationen, Filme, Fotografie, Objekte und in vielen weiteren Gestaltungsformen vom 21. bis 29.März 2012 in der Unteren Rathaushalle in einer großen Ausstellung zu sehen sein, parallel zu den Aufführungen des Theater Bremen von „Brahms – ein Deutsches Requiem“ im St. Petri Dom.

Finanziert wird das Projekt vom Senator für Kultur/start-Jugend-Kunst-Stiftung Bremen, Senator für Soziales, Programm Wohnen in Nachbarschaft (WIN), Beiratsmittel, Kulturamt Bremerhaven und der Stadtteilstiftung Hemelingen, in Kooperation mit dem Theater Bremen und dem St. Petri-Dom.

Projektleitung / – assistenz / – organisation: Andrea Siamis / Nadine Scheffler / Ingeborg von Hantelmann, tel. 0421/424631, fax 0421/409832, tenever@quartier-bremen.de

Flyer: Ich komm als Blümchen wieder


Dieser Artikel wurde von reiner_w veröffentlicht.
Kategorie(n): PROJEKTE, Kinderkulturprojekte | Tag(s): , , , , , , , ,
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