»Stadtteile in Besitz nehmen«


2006 | Tenever Paradies /

Eine Performance im Abbruchhaus

Ein Hochhaus-Riegel mitten in Bremen-Tenever – groß, bis 12 Etagen hoch, um die Ecke gebaut. An den Klingeln fehlen viele Namen. Der Koloss ist fast leer, bald soll die Abriss-Birne kommen – Projekt Stadtumbau West, Rückbau im Hochhaus-Ghetto. Aber vorher sollte dieses Hochhaus noch einmal im Rampenlicht stehen, zu einer überdimensionalen vertikalen Bühne werden – eine riesige Projektionswand für die Geschichten der Bewohner.

Im Frühjahr 2006 zogen 6 Künstler ins Abbruchhaus und machten sich mit den Bewohnern des Stadtteils auf die Suche nach – so paradox es klingt – nach dem Paradies im Beton. In der ersten Etage des Hochhauses eröffneten die Künstler die Paradieswerkstätten: in Schreib- und Kunstwerkstätten haben die Bewohner ihre Geschichten, ihre Träume, ihre Glücksmomente erzählt, gemalt, collagiert, gerappt, als Objekte gestaltet.

Aus dieser gesammelten Fülle wurde die Performance gestaltet: Vor und in und auf dem Hochhaus sind all die Facetten vom Paradies in Tenever sichtbargeworden: farbenfroh und gleißend, mit einem Bollywood-Film, auf die Wand projizierten Comic-Sequenzen, kabarettistischen Einlagen, Liedern aus aller Welt, Schattenspielen, Theatermonologen, rappenden Kindern und – unvermeidlich, denn sie sind überall – den Tauben.

Projektzeitraum: März 2006 bis September 2006
Beteiligte KünstlerInnen: Christina Vogelsang, Frouwa Kebschull, Tiina Takkula, Nicole Rzepka, Ingeborg von Hantelmann, Kurosh Valizadeh
Projektleitung: Anke Thiessen
Weitere Fotos und Infos: teneverparadies.blogspot.com

Das Projekt wurde gefördert vom Senat für Kultur, WIN – wohnen in Nachbarschaften und der Gewoba


Dieser Artikel wurde von reiner_w veröffentlicht.
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