»QUARTIER schafft neue Zugänge zu Kunst und Kultur«


1997 | Haus der Geschichten /

Auf einem meterhohen Thron über der Tür sitzt ein Geschichtenerzähler und fragt nach den Wünschen der Zuschauer. Er findet schnell heraus, was das Publikum sehen will: „Eine Geschichte, wahrer als die Wirklichkeit!“
Neugierig strömen die 400 Zuschauer in die verwandelte Grundschule und stoßen gleich in der Eingangshalle auf die Eiswüste des nordischen Riesen Ymir. Das Drama um die Erschaffung der Welt aus dem Körper des erschlagenen Giganten nimmt seinen Lauf. Damit öffnet das seltsamste Theaterhaus Bremens seine zweitägige Spielzeit.
Auf zwanzig Schauplätzen begegnen die Zuschauer dem Drachenöter Dobrynja, dem Meisterdieb Osman und einer meterlangen roten Rübe. Im Treppenhaus hängt drei Stockwerke hoch der Riese Herrmann und wartet auf seinen Herausforderer – das tapfere Schneiderlein! Bunte Vögel flattern durch den oberen Flur und verlieren im Streit alle Farben. Der Regenbogenfisch und die drei verbannten Königssöhne präsentieren sich Schattentheatern. Jedes Stück hat eine eigene Klangkulisse, die von den Musikern der Klassenensembles auf allen im Schulgebäude vorfindbaren Instrumenten und Gegenständen erzeugt wird.
Am Anfang des Projekts stand der Wunsch herauszufinden, was Kindern an einer Geschichte wirklich wichtig ist. Es ging auch um die kulturellen Schätze, die die vielen Flüchtlinge im Stadtteil aus ihrer Heimat mitgebracht haben. Das gegenseitige Verständnis in der Vielvölkergemeinschaft Schule ist durch diese Aktion möglicherweise ein Stück gewachsen.

Projektzeitraum: 1 Vorbereitungstag + 1Projektwoche
Aufführungen: GS Alfred-Faust-Straße, GS Pfälzer Weg
Beteiligte KünstlerInnen: Stefan Berthold, Anke Bolduan, Hermann Book, Inga Harenborg, Holger Hering, Anja Humburg, Janine Jaeggi, Uschi Nickel-Funck, Marcel Pouplier, Uta Siara
Projektleitung: Marcel Pouplier


Dieser Artikel wurde von reiner_w veröffentlicht.
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