»QUARTIER schafft neue Zugänge zu Kunst und Kultur«


Große Freiheit Vegesack /

Eine Werftenbrache in Bremen-Vegesack − authentischer Ort für das Sterben eines bedeutenden Industriestandortes, wurde zum letzten Liegeplatz des Großseglers „Deutschland“. Er sollte zur Attraktivität eines Einkaufszentrums am Hafen beitragen.
Kulturbahnhof Vegesack und Quartier wählten sich im Januar 1996 diesen symbolträchtigen Ort für ein großangelegtes Theaterspektakel vor und auf dem Segelschulschiff. Freiheitsvisionen in Tag- und Nachtträumen bestimmten das theatrale Szenario und die Arbeit in den künstlerischen Werkstätten. Insgesamt über 200 Aktive (Laien und professionelle KünstlerInnen) arbeiten an dem Projekt mit. Mitte September fanden unter großem Publikumszuspruch zwei Aufführungen statt, bei denen sich in einem furiosen Schlußbild auf dem Segelschulschiff die wahren Verlockungen der „Großen Freiheit“ zeigten.
Eine Armada fahrbarer, kleiner, durch Segel auch als Schiffchen ausgewiesener Miniaturbühnen war zuvor mit ihren Darstellern vor dem Kulturbahnhof aufgefahren und hatte Neugierige angelockt.
Die Schiffe sollten die ganz privaten Lebensbereiche der Menschen repräsentieren, jene Sphären außerhalb der Arbeitswelt, in denen man scheinbar ganz bei sich selber ist. Da ist das Pläne schmiedende Hochzeitspaar auf der Couch, sind die Fußballfans und die Juppies, der verbissene Radler, die unermüdliche Kleingärtnerin, die sich ewig selbstbespiegelnde Narzistin, der Lederfetischist und noch viele andere. Manche von ihnen sind in einem Käfig eingesperrt…

Projektzeitraum:
Beteiligte KünstlerInnen: Schulschiff Deutschland und ca. 200 Akteure, Schauspieler, Sänger, Musiker, Akrobaten und Maskenträger, Harald Rehling & Dr.Matthias Duderstadt (Fotos)
Projektleitung/Regie: Hans König, Sara Harjes


Dieser Artikel wurde von reiner_w veröffentlicht.
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